Berlin (dpa) - Die Kürzung von Bundesmitteln für den Öko-Landbau im kommenden Jahr ist noch immer offen. Die Haushaltspolitiker der großen Koalition hätten am Donnerstag im Haushaltsausschuss des Bundestags vereinbart, den Punkt bei einer Sitzung am 15. November noch einmal aufzugreifen und eventuell Änderungen vorzunehmen, hieß es aus der Unionsfraktion. Die Agrarpolitiker von Union und SPD wollen eine Kürzung von 16 auf 10 Millionen Euro stoppen, die Agrarminister Horst Seehofer (CSU) ursprünglich geplant hatte. Auch Seehofer will die Kürzung inzwischen wieder rückgängig machen.
Die Haushälter der Koalition lehnten zwar einen Antrag der Grünen ab, die Kürzung der Bundesmittel für den ökologischen Landbau wieder zurückzunehmen. Sie ließen die endgültige Entscheidung darüber aber offen. Der Grünen-Abgeordnete Alexander Bonde kritisierte, dies sei typisch für die große Koalition. Die Parlamentarische Agrarstaatssekretärin Ursula Heinen (CDU) sagte auf einem Kongress der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft, der Bund wolle den Öko- Landbau auch im kommenden Jahr auf hohem Niveau fortsetzen.
Der Öko-Anbau bietet aus Sicht des Ministeriums große Chancen für Bauern. «Der Markt für biologisch erzeugte Lebensmittel boomt», sagte Heinen. Die Tendenz sei weiter steigend. Die Bundesbürger hätten im vergangenen Jahr mit 4,6 Milliarden Euro fast ein Fünftel mehr für Bio-Lebensmittel ausgegeben als im Jahr zuvor. Damit seien diese Lebensmittel längst keine Nischenprodukte mehr. Der Öko-Anbau habe für den Klimaschutz Vorteile gegenüber dem konventionellen Anbau, da Bio-Bauern auf Mineraldünger und Pestizide verzichteten.
Das Programm Öko-Landbau hilft seit 2002 bei der Umstellung auf ökologischen Landbau und fördert die Vermarktung. Die Union dringt darauf, dass die Forschung stärker in den Mittelpunkt rücken soll, falls die Kürzung rückgängig gemacht wird.