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Bundestagsabgeordneter Alexander Bonde besucht KWA Contracting AG in Bietigheim-Bissingen (21.07.2008)


Alexander Bonde, (MdB, Vorsitzender der Landesgruppe Baden-Württemberg und haushaltspolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion) und die Mitglieder des grünen Kreisvorstandes Ingrid Hönlinger, Petra Heinle-Hettig und Dirk Werhahn informierten sich bei der KWA Contracting AG in Bietigheim-Bissingen über die Chancen für ökologisch orientierte Energieproduzenten und welche Herausforderungen dieser Markt mit sich bringt.

Die KWA Contracting AG, so Vorstandsmitglied Anton Lutz, bietet ökologisch orientierten Kapitalgebern die Möglichkeit, sich als Aktionär an Energieprojekten zu beteiligen und übernimmt als Betreibergesellschaft Planung, Finanzierung, Bau und den Betrieb von Energieanlagen zur effizienten und umweltschonenden Bereitstellung von Strom und Wärme. Das Unternehmen  betreibt 22 Holzheizungen, 22 Blockheizkraftwerke, zwei Holzheizkraftwerke, drei Biogasanlagen und vier Fotovoltaikanlagen. Das größte Projekt entsteht derzeit mit „Kraftwerk Lohbrügge“ in Hamburg und wird als September jährlich 60 Millionen Kilowattstunden Wärme und 13 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Dabei werden mit 30.000 Tonnen Holz im Jahr rund 6.000 Wärmekunden CO2-neutral versorgt.

Lutz weist darauf hin, dass neben dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – das den Betreibern von Anlagen ein fester Vergütungssatz für den erzeugten Strom über einen bestimmten Zeitraum gewährt – Regelungen für den Wärmemarkt zu schaffen seien. Denn als Betreiber von Holzheizwerken habe er langfristige Preiszusagen zu geben. Die Rohstoff-Lieferanten lassen sich jedoch nur auf kurzfristige Preisbindungen ein. Lutz spricht darüber hinaus das Gesetz über den nationalen Zuteilungsplan für Treibhausgas- Emissionsberechtigungen an (Umsetzung Allokationsplan). Um einen noch größeren Anreiz für CO2-Einsparungen zu schaffen, hält er es für sinnvoll auch kleinere Anlagen beim Zertifikathandel zu berücksichtigen.

Auf die Frage von Bonde „Gibt es auch Contracting mit größeren Firmen?“ macht Vorstandsmitglied Martin Bidell deutlich, dass die KWA in Zukunft auch mit größeren Industriekunden Verträge abschießen will, da in diesem Bereich große CO2-Reduktionen möglich sind. Biomasse-Contracting in diesem Bereich sei eine Herausforderung, denn die Gaspreise der großen Industriekunden sind so niedrig, dass es sich für sie nicht immer rechnet, in Biomasseanlagen zu investieren. Die KWA will auch in diesem Marktsegment zukünftig flexibel Angebote gestalten. „Es gibt keine Standardlösungen. Weder im Bezug auf die Technik, noch auf das Contracting. Für die Kunden werden individuelle Lösungen erarbeitet und entsprechende Verträge geschlossen“, so Lutz. Auf die Frage von Bonde „Welches Potenzial der Energiemarkt im Bezug auf Biomasse hat?“ antwortet Bidell: „Würden wir in Baden-Württemberg 10 % des Stromes in Biogasanlagen produzieren, dann würden wir 50% der Agrarflächen hierfür benötigen.“ „Dazu käme,“ so Lutz, „dass in der Nähe der Biogasanlagen große Wärmeabnehmer sein müssen, um die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme sinnvoll nutzen zu können.“

Anlagen, die auf nachwachsende Rohstoffe setzen, leisten einen Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen. Dies hat aber auch seine Grenzen. Die Diskussionen um eine nachhaltige Energieversorgung gehen weiter. Die grünen Kreisvorstände Hönlinger, Heinle-Hettig und Werhahn sind sich einig: „Die Lösungen liegen in den drei-E: Effizienz – Einsparung – Erneuerbare
Energien.“

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