Der südbadische GRÜNEN-Abgeordnete Alexander Bonde (Wahlkreis Emmendingen/Lahr), Berichterstatter für Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Ernährung im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, begrüßt den Besuch von Landwirtschaftsminister Hauk in der Rheinebene anlässlich des Bienensterbens, fordert jedoch eine klare Übernahme der Verantwortung ein:
"Es ist wichtig, dass sich Minister Hauk vor Ort ein Bild macht, doch sein Handeln muss weiter reichen als ein reichlich verspäteter Krisengipfel. Ich erwarte, dass der Minister die politische Verantwortung für das von seiner Anordnung angerichtete Desaster übernimmt.“
Nach Ansicht des Grünen-Abgeordneten dürfe die Landesregierung die Imker und Landwirte nicht noch länger im Regen stehen lassen. Bonde erwartet von Hauk eine klare Ansage hinsichtlich politischer Konsequenzen und die Überarbeitung von Strukturen, um solche Situationen zu verhindern. Abläufe in der Agrarstruktur müssten überdacht, eine engere Zusammenarbeit mit Verbänden angestrebt und ein schnelles Krisenmanagement sichergestellt werden.
Entscheidend ist für Bonde eine konkrete Kehrtwende in der Agrarpolitik: „Chemische Mittel haben Nebenwirkungen und können oft nicht halten, was sie versprechen – Maiswurzelbohrer und Varroa-Milbe sind immer noch da, aber nun gepaart mit den Langezeitfolgen der verordneten Giftstoffe. Auch wenn durch die Regenfälle das massenhafte Bienensterben gestoppt scheint, die Bienen sind ein Vorwarnsystem der Natur. Somit ist die Krise noch längst nicht ausgestanden! Die Rückstände der von Hauk angeordneten Beizaktion werden über Jahre Auswirkungen in Südbaden haben. Die Rückbesinnung auf traditionelle Fruchtfolgen, Nützlingseinsatz und Pheromonfallen greifen im Gegensatz dazu nicht in das Öko-System ein. Es wäre höchste Zeit, dass der Landwirtschaftsminister das Scheitern seiner Chemiekeulen-Politik eingesteht und Konsequenzen zieht.“