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Badische Zeitung, Mittelbadische Presse u.a. (09.07.2009): Bärbel Höhn auf Landwirschaftstour in Emmendingen und der Ortenau – Gespräche mit Landwirten und Milchbauern


Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen war zu Besuch in den Landkreisen Emmendingen und Ortenau. Zusammen mit Alexander Bonde diskutierte sie bei Hofbesuchen in Freiamt und Schwanau mit örtlichen Landwirten und Milchbauern über die aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschafts- und Verbraucherpolitik und die Sorgen der Milchbauern bezüglich der dramtischen Milchpreise.

Auszüge:


 

Badische Zeitung: Im Bauernverband gärt es mächtig


(…) Klar, dass angesichts der Situation der Milchbauern das Thema Milchpreis und die Haltung des Bauernverbands angesprochen wurde. Von diesem fühlen sich die Milchbauern nicht mehr vertreten, wie zwei Bäuerinnen empört deutlich machten. Bärbel Höhn, neben Renate Künast die Fachfrau bei den Grünen für Fragen der Landwirtschaft sowie des Umwelt- und Verbraucherschutzes, trat für einen fairen Preis ein, so wie ihn der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit 40 Cent schon lange fordere. Um diesen zu erreichen, sei die Einführung einer flexiblen Mengenbegrenzung sinnvoll. Höhn: "Die Senkung der Dieselsteuer hat den Milchbauern nicht geholfen."

Als "revolutionär" bezeichnete sie die Entwicklungen innerhalb des Bauernverbandes. "Es gibt Risse. Die Situation ist so geladen, dass sich sogar die Strukturen ändern könnten", deutete sie an, dass sich der BDM abspalten könnte. Dabei sei die Entwicklung in der Landwirtschaft noch längst nicht zu einem Ende gekommen. Es gehe immer noch weiter mit der technischen Beschleunigung, mit Massentierhaltung hin bis zu Ställen mit 80 000 Tieren ("Das darf nicht sein"), mit "Wachsen oder Weichen". Dagegen treten die Grünen für eine höhere Wertschöpfung auf dem Hof ein, für ein zusätzliches Standbein mit der Erzeugung regenerativer Energien auf dem Hof und mehr regionaler Direktvermarktung ein. Höhn: "Der Reitterhof spiegelt diese Strategien gut wieder." (…)

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Lahrer Zeitung: Grüne laden Bauern zu Agrardiskussion


(…) Bei Höhn, der ehemaligen Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalens, stießen die Bauern damit auf offene Ohren. Vor der gemeinsamen Gesprächsrunde machte sich Höhn mit dem Lahr-Emmendinger Bundestagsabgeordneten Alexander Bonde und Offenburger Bundestagskandidaten Thomas Marwein ein genaues Bild vm Biobauernhof der Familie Reitter (…)

(…) Bei der anschließenden Diskussion fand Höhn lobende Worte für das Konzept des Reitterhofs. Während ihrer einwöchigen Süddeutschlandreise sei immer wieder deutlich geworden, „dass sich Bauern nicht mehr ausschließlich auf eine Einnahmequelle verlassen können.“ Haupttehma der Diskussion war das ständig wachsende Angebot an Bioprodukten. Michael Stahl, Gemüsebauer aus Friesenheim, beklagte vor allem, dass Discounter mit Kampfpreisen den Biomarkt zerstören würden (…)

(…) Die Politikerin nahm auch den Bauernverband mit in die Verantwortung, der ebenfalls die Regulierung der Preise überwachen müsse. Sorgen mache ihr auch, so Höhn, dass 80 Prozent der Agrarsubventionen bei großen Unternehmen landen. „In dieser Angelegenheit sei eine gerechtere Verteilung der Gelder notwendig. Am Ende war sich die Runde einig, dass die Lage der Bauern nur verbessert werden könne, wenn den Konsumenten wieder mehr Wissen über Lebensmittel vermittelt werde. „Das muss unser gemeinsames Ziel sein“, forderte Höhn.


 

Mittelbadische Presse: Politischen Druck ausüben ein Muss


(…) In einer Gesprächsrunde mit Landwirten aus der Region riet Höhn im Anschluss zu einem auf mehrere Standbeine verteilten Betriebskonzept. Direktvermarktung und Energie seien dabei Schlagworte. Kritik äußerte die Landwirte an der großen Regierungskoalition. „Union und SPD vertreten nur Positionen der deutschen Bauernverbandes, an uns wird nicht gedacht“, lautete ein Statement (…)

Diskutiert wurde über den kürzlichen Streik Ortenauer Milchbäuerinnen in Berlin. Zwei Beteiligte waren anwesend und schilderten ihre Eindrücke. Sie forderten Bärbel Höhn auf, politischen Druck auszuüben, „da wir mit dem Bauernverband sich nicht mehr weiterkommen“.

Höhn sprach den Bäuerinnen Hochachtung für den gezeigten Mut aus. Dass Kanzlerin Merkel es nicht einmal für notwendig befunden habe, die Anliegen anzuhören, sei „schlichweg eine Unverschämtheit“, empörte sie sich.


Badische Zeitung (10.07.2009): „Es geht um ihre Existenz


Die Grünen-Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn und Alexander Bonde haben die Milchbauern ermutigt, ihren Kampf um höhere Milchpreise, die Senkung der Milchquote und gerechtere EU-Subventionen trotz Rückschlägen weiterzuführen. Auf dem Buckhof der Familien Scheer und Hauber in Freiamt-Brettental hatten sich gut 20 Milchbauern versammelt, um der Grünen-Delegation ihre Situation darzustellen. Ihre Forderung: Die Politik solle sofort handeln.

(…) Mit "nichts kommt ’rüber" meint er die 25,5 Cent, die die genossenschaftliche Freiburger Breisgaumilch derzeit den Bauern pro Liter Milch zahlt. Damit die Landwirte ihre Vollkosten decken können, fordert der Bund deutscher Milchviehhalter (BDM), in dem die Mehrzahl der südbadischen Milchbauern organisiert sind, 40 Cent pro Liter. Würden die Bauern ihre Milchproduktion drosseln, könnte sich der Milchpreis stabilisieren. "Eine geringere Milchmenge ist auch heute schon möglich", appelliert Bärbel Höhn an die Landwirte. Es mache mehr Sinn, für seine Milch mehr zu bekommen anstatt gegen die Konkurrenz zu arbeiten und die Milchpreise so in den Keller zu treiben.

(…) Milchbäuerein Luisa Schillinger seufzt: Nach all den Rückschlägen seien die Proteste erlahmt. Es sei schwierig, sie wieder anzukurbeln. Die frühere Ministerin Bärbel Höhn will davon nichts hören und muntert sie auf: "Ihnen bleibt nichts anderes übrig als zu kämpfen. Es geht doch um Ihre Existenz!" Bonde sagt den Milchbauern ebenfalls Unterstützung zu. Auch wenn die Grünen derzeit nicht an den Berliner Schalthebeln säßen, so wollten und würden sie weiter das tun, was in ihrer jetzigen Position möglich ist: Den Milchbauern dabei helfen, den politischen Druck zu verstärken. 

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