„Mangelhaft gebeiztes Saatgut und eine in der Praxis verbreitete Aussaattechnik, die die bei der Aussaat entstehende Abluft nach oben ableitet, sind die Ursache für das Bienensterben", war laut einer diese Woche veröffentlichten Pressemitteilung des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums der Grund für das massenhafte Bienensterben letztes Frühjahr. „Eine generelle Mangelleistung bestimmter Saatguthersteller oder Saatgutbeizstellen kann aus den Ergebnissen allerdings nicht abgeleitet
werden", erklärte Landwirtschaftsminister Peter Hauk.
Auszug:
Mit einer Verbesserung der Beizqualität, schärferen Kontrollen und einer Umrüstung der Einzelkornsägeräte soll in Zukunft ein Vorfall wie im Frühj ahr 2008 verhindert werden. „Das Bienensterben vom letzten lahr darf sich keinesfalls wiederholen", so Hauk.
Der Emmendinger Bundestagsabgeordnete Alexander Bonde (Grüne) kritisiert, dass die Landesregierung das Bienensterben weiterhin als „traurigen Unfall" herunterspiele, Bonde meint: „Es reicht nicht aus, die Spitzenbelastung des Gif Leinsatzes und dessen Nebenwirkungen zu optimieren. Ich fordere Bund und Land auf, nicht weiter die Belange der Industrie zu decken, sondern rechtliche Konsequenzen zu ziehen." Dem Agrar-ausschuss des Bundestages hätten Unterlagen vorgelegen, die die Gefährlichkeit von Mitteln wie Clothianidin eindeutig belegten, „auch wenn die gegen den Maiswurzelbohrer eingesetzten Nervengifte ordnungsgemäß angewendet, werden."
Umweltschützer fürchten, dass das derzeit für den Maisanbau auf der Verbotsliste stehende Clothianidin rechtzeitig vor der diesjährigen Mais-Aussaat wieder zugelassen wird.