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FAZ (19.5.09): "Hochglanz trifft auf Realität"


Probleme beim Raketenabwehrsystem Meads

Das geplante Raketenabwehrprogramm Meads wird sich um mindestens anderthalb Jahre verzögern und könnte Deutschland mehr als die vorgesehenen insgesamt knapp vier Milliarden Euro kosten. Das geht aus einem Brief von Rüstungsstaatssekretär Wolf aus dem Verteidigungsministerium an die zuständigen Bundestagsabgeordneten im Haushaltsausschuss hervor. Demnach seien 2008 "Verzögerungen im Programmablauf des Entwicklungsprojekts" aufgetreten. (...) Der Abgeordnete Bonde (Grüne) sagte dieser Zeitung, so könne es gehen, "wenn Hochglanzprojekt auf Realität trifft".

Ende 2008 habe "die Industrie", also das mit der Entwicklung beauftragte Konsortium, eine Zeitplanung ausgegeben, die von einer Verzögerung um 18 Monate ausgehe, schreibt Staatssekretär Wolf. Die Rüstungsdirektoren der drei an dem Projekt beteiligten Nationen hätten schon im vergangenen Oktober eine "zweistufige Restrukturierung des Projektes" beschlossen. (...)

Jetzt teilte das Verteidigungsministerium den Parlamentariern mit, dass das amerikanische Heer Pläne zur Nutzung von Meads habe, "die über die gemeinsamen Programmziele hinausgehen und zumindest in Teilen nicht mit diesen vereinbar sind". Es geht dabei um die Einbindung in das integrierte Luft- und Raketenabwehrprogramm der Streitkräfte und Standards von Schnittstellen. Das hätte "grundsätzliche Auswirkungen auf das Meads-Programm", schreibt Wolf. (...)

Das deutsche Verteidigungsministerium wolle "alles unternehmen, um das Programm gemeinsam in einem akzeptablen Zeit- und Kostenrahmen erfolgreich durchzuführen", schrieb Wolf einerseits. Doch fügte er hinzu: "Dies erfolgt jedoch unter der Voraussetzung, dass die geforderten Fähigkeiten mit überschaubarem Risiko erreicht werden können."(...)

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