„Ein Signal wäre jetzt wichtig.“
Auszug:
Sie waren nur zu fünft. Lediglich eine Handvoll Milchbauern kam am Dienstagabend ins Gasthaus Lamm nach Westernach, um sich in einen neuen Plan des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) einweisen zu lassen. Die Skepsis in den eigenen Reihen ist groß, doch schon Ende des Monats soll die Aktion Mengenstilllegung anlaufen.
Molkereien sollen zahlen
Besonders prägnant klingt das neue Konzept nicht. „Freiwillig verpflichtende Mengenstilllegung gegen Vergütung“ hat der BDM seine Idee getauft - und so soll sie funktionieren: Bis zum 30. September unterschreiben Milchbauern eine Vereinbarung, wonach sie bis zu zehn Prozent weniger Milch liefern. Dafür sollen sie von den Molkereien eine Vergütung bekommen, die den Einkommensverlust dann ungefähr ausgleicht. (...)
Bisher hatten Milchbauern, die ihre Quote überschritten, kaum etwas zu befürchten. Ihre zu viel gelieferte Milch wurde trotzdem angenommen, weil andere Kollegen weniger geliefert hatten und so die Gesamtquote innerhalb einer Region nicht ausgeschöpft war.
An Erfolg glauben
„Ein Signal wäre wichtig. Aber ich glaube nicht, dass die Politik mitmacht“, sagte der Sindringer Ortsvorsteher und Milchbauer Thomas Hartmann auf der Info-Veranstaltung in Westernach. Referent Armin Karle aus Künzelsau-Ohrenbach will an den Erfolg glauben. „Die Politik muss sehen, dass wir das wollen“, sagte Karle. Er habe die Vereinbarung zur Mengenstilllegung aber selbst noch nicht unterschrieben. In den kommenden Tagen will der BDM auf weiteren Veranstaltungen in Hohenlohe und ganz Deutschland für sein Konzept werben. (...)
Mit den Problemen der Milchbauern beschäftigt sich auch ein Wahlkampftermin der Grünen. Der Hohenloher Kandidat Harald Ebner und Bundestagsabgeordneter Alexander Bonde stehen am Samstag, 5. September, um 10 Uhr am alten Rathaus in Künzelsau. Ab 11 Uhr besuchen sie den Rodachshof.