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Mittelbadische Presse (19.11.09): Anreize statt Zwangsdienst


Auszug:
Ortenauer Bundestagsabgeordnete gegen soziales Pflichtjahr / Streit um Wehrdienst-Verkürzung
Die Einführung eines sozialen Pflichtjahres als Alternative zu Wehr- und Zivildienst ist nach Ansicht von Ortenauer Bundestagsabgeordneten derzeit kein Thema. Männer müssen vom 1. Januar 2011 an nur noch ein halbes Jahr Wehrdienst leisten – so kurz wie noch nie. Die Konsequenzen dieses Regierungsbeschlusses für die Bundeswehr und den Zivildienst sind unter den Ortenauer Bundestagsabgeordneten heftig umstritten.  (...)

Noch deutlicher wird der Lahrer Bundestagsabgeordnete der Grünen, Alexander Bonde: »Die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate ist die blödeste Variante, die es gibt.« Nach Ansicht des Wehrpflicht-Gegners Bonde wird damit nur Geld verschleudert: »Noch mehr Leute werden durch eine Ausbildung gejagt, die sicherheitspolitisch nicht relevant ist. Das ist nur teuer und bringt nichts.«

Nach Ansicht von Bonde gibt es bessere Alternativen, als »Geld in Mammutbehörden mit zigtausend von Mitarbeitern zu stecken, die nichts anderes zu tun haben, als darauf zu achten, dass kein Mann der Musterung entgeht.« Bonde fordert deshalb eine Berufsarmee und die Abschaffung der Wehrpflicht. Dass damit auch automatisch der Zivildienst auf der Strecke bliebe, stellt für Bonde kein Problem dar: »Die Rechtslage ist die, dass der Zivildienst keine regulären Arbeitsplätze im Sozialbereich ersetzen darf. Das heißt, er ist arbeitsplatzneutral.« Statt Zivildienst setzt sich Bonde für die verstärkte Förderung des freiwilligen sozialen Jahres ein: »Dieser Dienst sollte attraktiver gestaltet werden.« Dieser Forderung kann sich auch Elvira Drobins-ki-Weiß anschließen: »Das freiwillige soziale Jahr sollte forciert werden.«  (...)

Keiner der Ortenauer Bundestagsabgeordneten hält derzeit die Einführung eines generellen sozialen Pflichtjahres – statt Wehrdienst und Zivildienst – für geboten. Bonde hält diesen »Zwangsdienst« schlicht für rechtswidrig: »Das wäre ein massiver Einschnitt in die Lebensplanung der jungen Menschen«, so Bonde, der bei einem Pflichtdienst auch eine »Entwertung sozialer Berufe« befürchtet. Auch für Elvira Drobinski-Weiß hätte ein Pflichtdienst im sozialen Bereich »ein Geschmäckle«. Sibylle Laurischk betont, dass »wir Liberale lieber an den mündigen Bürger appellieren«. Wer im Turbo-Tempo ohne Zeitverlust Physik studieren wolle, der solle nicht durch einen Pflichtdienst daran gehindert werden. (...)

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