Untersuchungsergebnisse zum Bienensterben werden ignoriert
Die Diskussion im Agrarausschuss des Bundestages über den von Bündnis 90/Die Grünen aufgesetzten Bericht zu Pestizid- und Gentechnik-Rückständen im in- und ausländischen Honig hat am vergangenen Mittwoch keine Einigung über die Ursachen des Bienensterbens ergeben.
Bonde: "Die Koalitionsmehrheit im Ausschuss wollte noch nicht einmal Zusammenhänge zwischen Bienengesundheit und deren Produkt Honig sehen. Das Bienensterben wird weiter als "trauriger Unfall" heruntergespielt. Eine Diskussion darüber sei beim Thema Pestizide nicht nötig, da Chlotianidin ein Beizmittel von Saatgut sei und kein Pestizid."
Dem Ausschuss lagen Unterlagen vor, die die Gefährlichkeit der "Neonicotinoide" eindeutig belegen, auch wenn die gegen den Maiswurzelbohrer eingesetzten Nervengifte ordnungsgemäß angewendet werden. Trotzdem wurde kein Schritt eingeleitet, um diese zu verbieten. Bonde fordert eine Experten-Anhörung im Deutschen Bundestag zu den komplexen Ursachen der Bienengefährdung und sieht auch den Baden-Württembergischen Landwirtschaftsminister Hauk in der Pflicht:
"Die Bundesregierung und Minister Hauk verstecken sich hinter der Aussage, dass mangelhaft gebeiztes Saatgut und eine problematische Aussaattechnik für das Bienensterben verantwortlich sind. Die technische Optimierung des Beizens ist nur das Symptom. Es reicht nicht aus, die Spitzenbelastung des Gifteinsatzes und dessen Nebenwirkungen zu optimieren. Ich fordere Bund und Land auf, nicht weiter die Belange der Industrie zu decken, sondern rechtliche Konsequenzen zu ziehen. Angesichts der bevorstehenden Aussaat braucht es ein umgehendes Verbot des Insektizids Clothianidin und sofortige Maßnahmen gegen bienengefährdende Pestizide und eine deutliche Erhöhung der staatlich finanzierten und unabhängigen Forschung zu Bienen und Bienenkrankheiten und des Bienenmonitorings."