Mit dem grünen Politiker gingen die Milchbauern um einiges höflicher um als vor Wochenfrist mit dem Liberalen. Sie schilderten ihm die Existenzängste, die aus dem Preisverfall der Milch resultieren. Hausherr Reinhard Frenk verwies auf die zu erwarteten Verluste und die monatlichen Kreditrückzahlungen für den Bau seines Stalls. Die Bauern erinnerten an die Milchquotenerhöhung vor einigen Jahren. Damals sei die Erhöhung um fünf Prozent schnell über die Bühne gegangen. Eine radikale Reduzierung um zehn Prozent durchzusetzen, wodurch sich der Preis (derzeit etwa 23 Cent pro Liter Milch) wieder erholen könnte, dazu seien die Regierenden zu feige. Bonde konnte als Oppositionspolitiker auch keine schnelle Verbesserung der Lage versprechen, doch legte er seine Sicht der Dinge klar. Den Großstrukturen von Discountern, mit Aldi als Marktführer, seien die Lieferanten schutzlos ausgeliefert, meinte er. Um gegenzusteuern, fordert er einen Milchgipfel.
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