Anschliessend ging es weiter in den Ortenaukreis. Im Kinzigtal besuchte man den Rammsteiner Hof. Die Bäuerin war in der vorherigen Woche beim Protest in Berlin dabei gewesen (->Bericht). Mit dabei beim Gespräch waren die örtlichen Vertreter des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), regionale Imker und kinzigtäler Kommunalpolitikerinnen. Diskutiert wurde das Milchboard, was als Zusammenschluss der Milchproduzenten mit den Molkereien um Preise verhandeln soll.
Im Klaren war man sich, dass ein ganzes Bündel an Maßnahmen nötig sei, um einen fairen Milchpreis zu erzielen:
- Eine intelligente Steuerung der Milchmenge, am besten weiterhin auf europäischer Ebene. Die Absenkung der Milchmenge um wenige Prozent durch ein Nachfrageabhängiges Instrument würde reichen, den Preis deutlich zu heben.
- Ein besseres Marketing der Molkereien unter einem gemeinsamen Schwarzwald-Label im Hochpreis-Segment.
- Geworben müsste für die naturnahe Bewirtschaftung, die Offenhaltung der Kulturlandschaft und den Familienbetrieb als Markenzeichen Schwarzwälder Milch.
- Eine verlässliche Förderung der mit der Milchwirtschaft verbundenen Leistungen für Natur und Tourismus.
Einig war man sich auch, dass Gentechnik und agressive Insektenvernichtungsmittel in einem angestrebten gesunden Nahrungskreislauf nichts zu suchen haben. Die anwesenden Imker berichteten anschaulich über die Gefahren einer industriell und chemisch ausgerichteten Landwirtschaft. Sie schilderten die Auswirkung des letztjährigen, massiven Bienensterbens am Oberrhein aufgrund von Chemieinsatz und verfehlter Landwirtschaftspolitik